Nilius Pfunda ist der Besetzungschef des Ensembles. In das spezifische Anforderungsprofil an die Musiker fällt, dass die im Übezimmer verbrachte Zeit zur in der Kantine in keinem größeren Verhältnis als 2:1 stehen darf. Der tägliche Kaffeekonsum sollte eine Menge von 972ml (4 Tassen) nicht unterschreiten und das Hochschulfoyer muss am Tag mindestens sechsmal durchquert werden. Herr Pfunda zwingt uns in einer für Kammermusik eigentlich vollkommen untauglichen Besetzung zusammenzuspielen. Streicher müssen laut und tief spielen, Blechbläser leise und hoch, singen muss man und Oboe ist auch noch dabei. Von den Gagen sehen wir nie etwas, aber manchmal dürfen wir die Mark für den Einkaufswagen behalten. 
Unter diesen Umständen geht es uns ganz gut.

Emilia Suchlich

Es heißt ja schon in Grimms Märchen: "Wer immer nur das spielen möchte, was er will, der muss sich was überlegen." 
Und so betrug es sich zu der Zeit, dass ein Gebot des Kaisers Augustus mich von meiner Pflicht, Grundton und Schnättereteng zu spielen, befreite. Ich fragte meine Freunde und sie kamen, ein jeder an sein Pult. Und sie spielten glücklich bis an ihr Projektende.
MfG Emilia Suchlich

* 1997 / Studentin von Prof. Matthias Höfs / Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes 

Carlotta Brendel

Carlotta Brendel ist die am häufigsten und immer gern gesehene Person bei Projekten aller Art, weil sie einfach wahnsinnig gut zu begeistern ist. Das alles übertönende Rauschen ihres Laptops ist inzwischen aus Skypesitzungen ebenso wenig herauszudenken wie kleine Trommel aus Bolero. Weniger Rauschen hat sie dafür in ihrem Klang - oder um mit den Worten von Emilias Mama zu sprechen: „also ich wüsste jetzt nicht, wie man Fagott noch schöner spielen kann.“

* 1997 / Studentin von Prof. Eckart Hübner / zuletzt im Zeitvertrag bei den Düsseldorfer Symphonikern

Till Schuler

Der Cellist des Hauses ist bei Veranstalter:innen sehr beliebt, da seine BahnCard100 ihnen Fahrtkosten erspart. Im Ensemble holt er die Sympathiepunkte vor allem bei der Fagottistin, weil er tatsächlich ganze Nummern im Continuo durchspielen kann. Weil man sich so gern von seiner Energie anstecken lässt, gibt es häufig Streit, wer neben ihm stehen darf. Zur Schlichtung dessen veranstalten wir jetzt vor den Konzerten immer ein Schnick-Schnack-Schnuck-Turnier. 

* 2000 / Student von Prof. Sebastian Klinger an der HfMT Hamburg /  Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie der Deutschen Stiftung Musikleben / DMW-Preisträger 2021 

Foto © Sophie Wolter

Steffi Disser

Was tut man, wenn Holz besetzt werden muss, aber rein optisch Blech einfach besser ins Bild passt? Richtig, eine Flöte! Auch menschlich betrachtet, braucht jedes Ensemble eine Steffi: eine ruhige Seele mit top eingerichteten Noten, einem Klang zum Dahinschmelzen und immer guter Laune.

* 1997 / Studentin von Prof. Christina Fassbender an der UdK Berlin

Felix Hielscher

Der Mann mit den Albatros-Armen, langt nicht nur in die Taste, sondern auch am Buffet gut zu. Auf physiotherapeutisches Anraten hin variiert sein Platz auf der Bühne, damit sein Nacken entlastet wird. Um seinen organistischen Fertigkeiten gerecht zu werden, geben wir ihm immer mal wieder ein anderes Instrument, damit er sich ganz seiner Natur ausleben kann. 

* 1993 / Lehrauftrag am Staats- und Domchor Berlin

Pauline Herold

Pauline ist das Herz der Gruppe. Und da bekanntlich Herz und Magen in engem Zusammenhang stehen, koordiniert sie als kulinarische Beauftragte das Wohlergehen jedes Einzelnen. Alle Sorgen, die nach dem Essen noch bestehen, verfliegen im Nu, wenn man sie geigen hört.

* 1999 / Studentin von Prof. Ulf Schneider an der HMTM Hannover / Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben

Stefania Secci

Stefania Secci überschreitet mit ihrem Instrument bei Weitem die zum normalen Leben tauglichen Koffermaße und erschwert damit stark den Transport. Dieses Manko schlägt sie aber wieder heraus, indem sie die Erwartungen an die spielerische Geschwindigkeit eines handelsüblichen Bassisten weit übertrifft. Ihre Heimatstadt ist das schöne Kons(ch)tanz und so stellt sie als Quasi-Schweizerin zudem die europäische Erweiterung des Ensembles dar. Sie verdient von allen das meiste Geld, da sie ihre Basshülle zu an den Hamburger Wohnungsmarkt angepassten Preisen an die anderen Musiker:innen zum Schlafen vermietet. 

* 1997 / Studentin von Prof. Dominik Greger / Alumna der Franz-Wirth-Gedächtnis Stiftung / Akademistin im WDR

Elisabeth Schneider

Da Geigen im Orchester meist verhältnislos viele Töne zu spielen haben, wurde Elisabeth Schneider aus den ersten 15 Minuten von music outside the box herausrationalisiert. Damit ist sie die vermutlich erste Geigerin, die pro Note genauso viel Gage erhält wie die Trompeterin. (Wenn nicht sogar mehr, da die Trompete soviel zu tun hat, dass man meinen könnte, sie müsste etwas kompensieren.) Diese Rechnung wird noch drastischer, wenn man bedenkt, dass ihre Stimme normalerweise von 12 Personen gespielt wird. Gehen wir also von 5 Cent pro Ton aus, wären das bei ca. 2000 Noten (pro Stunde) mal 12 gleich 1200 Euro Gage …hamwer nich. Aus Gründen wurde Elli auf das Standardhonorar heruntergehandelt. Schlechtes Geschäft für sie – weniger Töne für uns.


* 1994 / Studentin von Prof. Elisabeth Weber / Akademistin der Kammerakademie Potsdam / Geigerin der Augsburger Philharmoniker

Joseph Rauch

Joseph Rauch ist in erster Linie aufgrund kulinarischer Qualitäten Mitglied des Ensembles. Zum Einen ist er für die Versorgung der anderen Musiker mit Backwaren und Käsespätzle zuständig. Zum Anderen sorgt er dafür, dass auf dem Fenstersims des Stimmzimmers immer ein Kasten kaltes bayrisches Bier steht. 
Auf der Bühne ist Joseph vor allem für Musik von Komponisten zuständig, die noch nicht tot sind. Das hat den einfachen Grund, dass er der Einzige ist, der keine Angst vor dem Groll eben jener hat.

* 1994 (aber spät!) / Hornist der Philharmonie Südwestfalen

Judith Gerhardt

Niemand (also wirklich niemand) weiß, warum eine Oboe mitmachen darf. Schon allein das Instrument ist Bläsern (Warum nehmen die das Mundstück in den Mund?) wie auch Streichern (Warum haben die so viel Blech an dem Holz?) eher suspekt. Hinzu kommt, dass sie durch ihre sehr geringe dynamische Bandbreite für Kammermusik eigentlich höchst ungeeignet sind. 
Judith Gerhardt ist (bislang) die einzige Person des Ensembles, die den Irrweg in das brotlose Musikerleben bis an das Lebensende erkannt und einen ordentlichen Berufsweg eingeschlagen hat.


* 1995 / Instrumentalpädagogin  / studiert Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin